CR & Seitenblicke im Januar 2022

CR & Seitenblicke Januar

Die CR-Seitenblicke schauen diesen Monat auf den SBTi Corporate Net Zero Standard, die Aktualisierung der GRI Standards und den Sustainability Management Monitor der Bertelsmann Stiftung.  Ebenfalls im Blickfeld: der umfassende Fragen- und Antwortenkatalog zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sowie der Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Der Corporate Net Zero Standard der Science Based Targets initiative (SBTi)

Im Oktober letzten Jahres hat die Science Based Targets Initiative (SBTi) ihren neuen SBTi Corporate Net-Zero Standard veröffentlicht. Der weltweit erste wissenschaftsbasierte Standard zeigt Unternehmen eine klare Richtung hin zu einem Netto-Null-Emissionen-Ziel auf. Das Besondere an diesem Standard ist, dass er die Anforderungen des im Pariser Klimaabkommen formulierten Ziels, die globale Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, berücksichtigt und somit kompatibel mit den biophysikalischen Grenzen des Planeten ist.

Schon jetzt haben sich im Rahmen der SBTi-Kampagne „Business Ambition for 1.5°C“ mehr als 600 Unternehmen verpflichtet, vor 2050 ein wissenschaftlich fundiertes Netto-Null-Ziel zu erreichen. Einige Unternehmen, darunter AstraZeneca, CVS Health, Ørsted und Wipro, haben ihre Netto-Null-Ziele nach dem Corporate Net-Zero-Standard im Zuge eines Pilotverfahrens bereits von SBTi validieren lassen.

Welche konkreten Anforderungen der Standard hat und was auf Unternehmen zukommt, die diesen ab sofort nutzen möchten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Net Zero Standard

Weiterentwicklung der GRI Standards vom 05. Oktober 2021

Die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) sind das weltweit am häufigsten angewandte Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und Organisationen. Seit der Überführung des GRI-Berichtsrahmenwerks 2016 in das modulare System der GRI Standards werden diese kontinuierlich auf Änderungsbedarf überprüft. Die jüngste Überarbeitung der GRI Standards wurde im Oktober 2021 veröffentlicht und stellt eine wichtige Aktualisierung dar. Sie wird für Berichte über das Geschäftsjahr 2022 und folgende verpflichtend, wobei eine frühere Berücksichtigung empfohlen wird.

In unserem Factsheet fassen wir zusammen, was jetzt für Ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung wichtig wird.

Weiterentwicklung GRI-Standards

Bertelsmann Stiftung: „Sustainability Management Monitor“

Ende November veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Peer School for Sustainable Development und dem Lehrstuhl für nachhaltiges Wirtschaften der Universität Mannheim den sogenannten „Sustainability Management Monitor“.  Im Rahmen der Studie wurden über 50 Nachhaltigkeitsmanager*innen aus großen Unternehmen zu der aktuellen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit befragt.

Das Ergebnis: Nachhaltigkeit wird für deutsche Unternehmen immer wichtiger. Als besonders relevant schätzten die Befragten den Sustainable Finance Action Plan der EU inkl. EU-Taxonomie, die ausgeweiteten nachhaltigkeitsbezogenen Berichtspflichten sowie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ein. Weitere zentrale Themen sind Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Beim Agenda-Setting des Themas „Nachhaltigkeit“ spielen dabei vor allem politische Regulierungen, das Committment des Vorstands sowie der Einfluss von Geschäftskund*innen eine zentrale Rolle. Künftig, so das Ergebnis der Befragung, erwarten die Nachhaltigkeitsmanager*innen ein noch stärkeres Bekenntnis zu Nachhaltigkeit sowie zusätzliche Kosten.

Zu der Umfrage gelangen Sie hier.

Bertelsmannstudie

Der Koalitionsvertrag aus CR-Sicht

Am 25.11.2021 haben SPD, Grüne und FDP ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Anhand von konkreten Maßnahmen skizzieren die Koalitionäre, wie sie die großen Nachhaltigkeitsherausforderungen unserer Zeit in der kommenden Legislaturperiode angehen möchten. Zentrale Anliegen sind u. a. das Klimaneutralitätsziel, der beschleunigte Ausbau von Erneuerbaren Energien und der Biodiversitätsschutz. Darüber hinaus planen die Koalitionäre das zirkuläre Wirtschaften zu fördern und Deutschland als Sustainable Finance-Standort zu etablieren. Was die unternehmerische Sorgfaltspflicht betrifft, werden ebenfalls wichtige Weichen gestellt. So bekennt sich die Ampel-Koalition beispielsweise zu einem wirksamen EU-Lieferkettengesetz, basierend auf den UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte.

Zum Koalitionsvertrag gelangen Sie hier.

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